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Corona-Pandemie: IHK Lahn-Dill unterstützt heimische Mitgliedsunternehmen

Seit zwei Wochen läuft das Soforthilfeprogramm für Unternehmen in Hessen. Es richtet sich vor allem an Klein- und Kleinstunternehmer, freie Berufe und Selbstständige mit bis zu 50 Beschäftigten. Zusätzlich ist das neue Förderprogramm „Hessen-Mikroliquidität“ der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) gestartet, das die IHK-Mitglieder bei der IHK beantragen können. Mit diesem Kredit über maximal 35.000 Euro können Unternehmen und Selbständige ihren Liquiditätsbedarf der nächsten sechs Monate decken.


„Insgesamt sind die Förderprogramme von Bund und Land positiv zu bewerten und ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Burghard Loewe, Hautgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill. „Entscheidend ist es, dass die Fördermittel nun auch schnell bei den Unternehmen ankommen“, ergänzt Loewe mit Blick auf die anfängliche Überlastung der Online- Plattform zur Beantragung der Soforthilfe und zahlreiche offene Fragen, die die Unternehmen mit der Unterstützung durch die IHK zu klären haben. In der IHK seien zahlreiche Anrufe von Unternehmen eingegangen, die auf eine Rückmeldung des RP Kassel zum Bearbeitungsstand ihres Antrags warten. Das RP habe die Personalkapazitäten jedoch mittlerweile deutlich aufgestockt, um die Bearbeitung der Anträge zu beschleunigen. Kritisch sieht die IHK die kürzlich erfolgte Klarstellung des Landes zur Soforthilfe, dass sämtliche Personalausgaben bei der Berechnung des Liquiditätsengpasses außen vor bleiben müssen. Somit können die Unternehmen ihre Personalkosten nicht bei der Berechnung der Unterstützung ansetzen. Als Konsequenz werden viele von ihnen keine Soforthilfe erhalten. „Mit dieser Klarstellung treibt man natürlich alle antragsberechtigten Unternehmen in die komplette Reduzierung des Personalbestands auf Null. Unternehmen, die noch arbeiten, ggf. mit reduziertem Personalbestand, werden bestraft“, stellt
Loewe fest. "Insgesamt haben uns bisher mehr als 2.000 Anrufe und zahlreiche E-Mails zum Umgang mit der Corona-Krise erreicht", sagt Alexander Cunz, Leiter des Bereichs Existenzgründung, Unternehmensförderung, Steuern und International der IHK.

„Unsere IHK-Hotline hat allein seit Anfang April mehr als 1.000 Anrufe zur Soforthilfe und dem neuen Förderprogramm Hessen-Mikroliquidität beantwortet.“ Dabei sei es insbesondere um Fragen wie die Antragsberechtigung oder die Berechnung des Liquiditätsengpasses gegangen.
Für das neue Programm Hessen-Mikroliquidität seien bereits über 100 Anträge eingegangen, die die IHK in der Regel innerhalb eines Arbeitstages bearbeitet und an die WIBank weiterleitet.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der neue KfW-Schnellkredit. Damit sollen mittelständische Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind, ohne aufwändiges Verfahren eine schnelle Überbrückungsfinanzierung bekommen. „Mit diesem neuen Förderprogramm werden nun auch die mittelständischen Unternehmen unterstützt, für die es bislang keine passenden Liquiditätshilfen gab. Der für unsere Wirtschaftsregion so wichtige Mittelstand benötigt genau wie kleine Unternehmen und große Konzerne schnelle und unbürokratische Unterstützung bei der Liquiditätssicherung“, betont Loewe. Der KfW-Schnellkredit beinhaltet die von der IHK-Organisation dringend geforderte 100 %-Haftungsfreistellung für die Hausbanken. „Entscheidend für den Erfolg des KfW-Schnellkredits sind Rahmenbedingungen, die es den regionalen Kreditinstituten ermöglichen, die von der Bundesregierung angekündigte Kreditvergabe ohne Risikoprüfung nun auch tatsächlich umsetzen zu können“, führt A. Cunz weiter aus. Derzeit seien die Vorgaben für die Risikoprüfung durch die Hausbanken dafür noch zu restriktiv. „Hier ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gefordert, den Kreditinstituten den notwendigen Entscheidungsspielraum zu gewähren, ohne selbst das Risiko tragen zu müssen“, betonen die IHK-Vertreter. Auch die Laufzeiten der öffentlichen Förderkredite sollten nach Ansicht der IHK verlängert werden, um den Unternehmen den notwendigen Spielraum zu gewähren, nach der Corona-Krise wieder in die Zukunft zu investieren.

„Wir unterstützen die Unternehmen nicht nur bei Fragen zur Soforthilfe oder anderen Förderprogrammen, sondern auch zu vielen weiteren Fragestellungen rund um den Umgang mit der Corona-Pandemie“, betont Christian Bernhard, Bereichsleiter Recht/Fair Play bei der IHK Lahn-Dill.
Die IHK Lahn-Dill steht ihren Mitgliedsunternehmen auch weiterhin zur Seite. Unter den Telefonnummern 02771 842-1111 und 06441 9448-2222 ist die IHK-Corona-Hotline erreichbar.

Kontakt

Anselme Champollion

Leitung Wirtschaftsförderung Lahn-Dill-Kreis

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1222
anselme.champollion@lahn-...