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Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar:

Arbeitsmarkt verliert an Fahrt

. Arbeitslosenquote im August unverändert bei 4,4 Prozent . Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 505 Arbeitslose weniger . LDK: 7 Arbeitslose weniger als im Vormonat, 356 weniger als vor einem Jahr . LM-WEL: 57 Arbeitslose mehr als im Juli, 149 weniger als im Vorjahr . Zugänge von Arbeitslosen höher als im August letzten Jahres . Agenturchefin sieht keinen Grund zum Pessimismus

 

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im August 2019 insgesamt 10.247 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 4,4 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Juli lag die Zahl der Arbeitslosen bei 10.311, die Arbeitslosenquote betrug ebenfalls 4,4 Prozent. Vor einem Jahr waren 10.752 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung -  die Quote lag seinerzeit bei 4,7 Prozent. Von den insgesamt 10.247 arbeitslosen Personen waren 3.558 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.103 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.586 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

 

"Der Arbeitsmarkt verliert in beiden Landkreisen des Agenturbezirkes an Fahrt", resümierte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Vorlage der Arbeitsmarktbilanz für den August. Nachdem die Stellenmeldungen bereits seit Jahresbeginn gegenüber der Vorjahresperiode signifikant abgenommen hatten und auch Arbeitsplatzverluste in der Zeitarbeit -die als Frühindikator am Arbeitsmarkt gilt- zu verzeichnen waren, haben sich in diesem Monat im Agenturbezirk die Arbeitslosmeldungen gehäuft. 3.177 Menschen meldeten sich im August arbeitslos - 334 oder 11,7 Prozent mehr, als vor Jahresfrist. 1.083 dieser Zugänge kamen aus vorheriger Erwerbstätigkeit. Dies waren 169 (+18,5 Prozent) mehr, als vor einem Jahr. "Die Bremsspuren am Arbeitsmarkt lassen sich auch daran messen, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich an Dynamik verliert. Zählten wir im Juli noch 755 Arbeitslose weniger als im Jahr zuvor, schmolz dieser Wert im August auf 505 Arbeitslose zusammen", berichtete die Arbeitsmarktexpertin. Erwähnenswert sei auch, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich derzeit ausschließlich im Rechtskreis SGB II, also bei den Jobcentern abbilde. Bei den Arbeitsagenturen registriere man aktuell im Lahn-Dill-Kreis 10,9 Prozent mehr Arbeitslose, als im August letzten Jahres, in Limburg-Weilburg betrage das Plus 9,2 Prozent. Maßgeblich dafür sei, dass sich Arbeitnehmer nach Eintritt der Arbeitslosigkeit aufgrund ihres Arbeitslosengeldanspruchs vorwiegend bei den Arbeitsagenturen melden. Insofern spiegele dieser Wert eher die aktuelle Entwicklung an der Schnittstelle Beschäftigung/Arbeitslosigkeit wider, als die Veränderungswerte bei den Jobcentern.

 

Für Pessimismus sieht die Agenturchefin indes keinen Anlass: "Im Lahn-Dill-Kreis gab es zuletzt vor 28 Jahren weniger Arbeitslose, in Limburg-Weilburg vor 27 Jahren. Nie hatten wir in beiden Kreisen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als heute. Konjunkturelle Schwankungen sind übliche Phänomene, auch wenn man das nach solch langen Phasen wirtschaftlichen Aufschwungs nur ungern zur Kenntnis nimmt. Insgesamt sehe ich unseren Arbeitsmarkt in sehr guter Verfassung und aus vielen Gesprächen mit heimischen Personalverantwortlichen weiß ich, dass die meisten Unternehmen gewillt sind, ihre Fachkräfte auch bei Auftragsdellen zu halten. Denn klar ist auch: Wenn sich die Auftragsbücher wieder füllen, wird es ungleich schwieriger sein, geeignetes Personal zu finden. Im Übrigen haben wir mit dem Kurzarbeitergeld ein geeignetes Instrument, auftragsarme Zeiträume zu überbrücken und dabei sogar die betroffenen Arbeitnehmer weiter zu qualifizieren.

 

 

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im August unverändert bei 4,8 Prozent. Im August 2018 betrug die Quote 5,1 Prozent. In absoluten Zahlen: 6.679 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 7 weniger als im Juli (-0,1 Prozent) und 356 weniger als vor einem Jahr (-5,1 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2018 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 5,1 Prozent. 6.975 Personen waren 2018 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

 

 

 

Im aktuellen Monat wurden 31,3 Prozent (2.093 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 44 Personen (-2,1 Prozent) zurückgegangen und im Vergleich zum Vorjahr um 206 Arbeitslose (+10,9 Prozent) gestiegen. 68,7 Prozent (4.586 Personen) aller Arbeitslosen waren im August beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 37 Arbeitslose (+0,8 Prozent). Gegenüber August 2018 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 562 Personen reduziert (-10,9 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2018 waren bei der Arbeitsagentur 1.908 Arbeitslose und beim Jobcenter 5.068 Arbeitslose gemeldet.

 

 

 

Die Anzahl arbeitsloser Männer sank im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 32 auf 3.617 Arbeitslose (-0,9 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen stieg im gleichen Zeitraum um 25 auf 3.062 Betroffene (+0,8 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 59 Arbeitslose (-1,6 Prozent) ab, bei den Frauen sank sie um 297 Arbeitslose (-8,8 Prozent). 2018 waren jahresdurchschnittlich 3.774 Männer und 3.201 Frauen arbeitslos gemeldet.

 

 

 

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben. Im Vergleich zum August 2018 hat sie sich um 41 Personen (-5,5 Prozent) reduziert. Aktuell sind 711 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren 678 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

 

 

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.172 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 14 Personen (-0,6 Prozent) ab. Gegenüber August letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Rückgang um 122 ältere Arbeitslosen (-5,3 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2018 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.343 ältere Arbeitslose gemeldet.

 

 

 

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im August im Lahn-Dill-Kreis bei 664 Personen und damit um 18 Betroffene oder 2,6 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum August 2018 war ein Rückgang von 57 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (-7,9 Prozent). Im Jahr 2018 waren jahresdurchschnittlich 714 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

 

 

 

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.193 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 16 arbeitslose Ausländer weniger als im Juli (-0,7 Prozent) sowie 145 weniger (-6,2 Prozent) als im August letzten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren 2.293 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

 

 

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat erneut unter dem Vorjahresniveau. 471 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 33 Stellen oder 6,5 Prozent gegenüber August 2018.  2018 wurden insgesamt 6.603 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

 

               

 

Ausbildungsmarkt:

 

Von Oktober 2018 bis August 2019 meldeten sich im Lahn-Dill-Kreis 1.646 Ausbildungssuchende. Dies waren 255 oder 13,4 Prozent weniger als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 184 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 188). Demgegenüber meldeten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.806 freie Ausbildungsstellen. Dies sind 38 Stellen bzw. 2,1 Prozent mehr, als vor einem Jahr. 476 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende August 2018 waren 374 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 1,1 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,93 Stellen.

Kontakt

Anselme Champollion

Leitung Wirtschaftsförderung Lahn-Dill-Kreis

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1222
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