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Führungsfrauen diskutieren „Equal Pay Day“ in der Region Lahn-Dill

Netzwerk-Treffen "Mehr Frauen in Führungspositionen" in Wetzlar

 

Der 18. März 2019 ist "Equal Pay Day" - der symbolische Tag, an dem Frauen durchschnittlich genauso viel verdient haben wie Männer bereits zum Ende des Vorjahres. Frauen müssen also in vergleichbaren Jobs fast drei Monate länger arbeiten, um rein rechnerisch genauso viel Geld verdient zu haben wie Männer. Der "Equal Pay Day" weist auf den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern - Gender Pay Gap - hin. Der größte Teil des unbereinigten Gender Pay Gaps lässt sich auf strukturelle Unterschiede zurückführen. Dazu gehören die Verschiedenheiten in den Branchen und Berufen, die ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation sowie die eher von Frauen ausgeübte teilzeit- oder geringfügige Beschäftigung.

 

Netzwerktreffen thematisiert strukturelle Ursachen

Angelika Berbuir, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, spricht den strukturellen Unterschied der gängigen Rollenstereotype an, die nach wie vor die Berufswahl, Leistungsbeurteilung oder Bewertung von Frauen beeinflussen. Berbuir plädiert für eine Durchmischung geschlechtertypischer Berufe mit frühzeitiger Aufklärung im schulischen und familiären Kontext. Kira Lampe, Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil, pflichtet dem bei, der Beruf des Busfahrers bzw. der Busfahrerin muss frei von Rollenstereotypen oder Barrieren bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere sein. Im eher zu den frauendominierenden Berufsbranchen gehörenden Pflegebereich sind die Verdienstchancen von Frauen allgemein niedriger gesetzt. Das daraus trotzdem eine Karriere gestartet werden kann, verdeutlicht Eva Steinmetz, Vorstand der Königsberger Diakonie. Ganz anders bilanziert Karin Keller die unterschiedliche Bezahlung im Hotel- und Gaststättengewerbe. Frauen müssen lernen, selbstbewusster aufzutreten und ihre Gehaltsforderungen zu vertreten. Auf der anderen Seite wünscht sich Katrin Kloos, Coach, Sketchnotes und Trainerin, seitens der Personalabteilungen und Geschäftsleitungen mehr Respekt vor Frauen bei Gehaltsverhandlungen - denn dazu gehören immer zwei Seiten. Dieses Land braucht - in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation allemal - Frauen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten dringend, verdeutlicht Dr. Stephanie Robben-Beyer, Coach, Speaker und Moderatorin. Frauen dürfen, ja sollten sich ihres Könnens viel mehr bewusst sein.

 

Gender Pay Gap

Das statistische Bundesamt unterscheidet zwischen den unbereinigten und bereinigten Gender Pay Gap. "Der Gender Pay Gap von aktuell 21 Prozent setzt den durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn aller Frauen mit dem aller Männer ins Verhältnis - abgekoppelt davon, in welcher Branche und in welcher Position sie konkret arbeiten, zwischen Teilzeit und Vollzeit wird nicht unterschieden. Der unbereinigte Bericht des Statistischen Bundesamtes beruht auf Vorgaben der EU, die Zahlen sollen vergleichbar sein. Anders ist dies beim sogenannten bereinigten Gender Pay Gap: Er vergleicht das Entgelt von Frauen und Männern mit vergleichbaren Qualifikationen, Berufserfahrungen und Hierarchiestufen in vergleichbaren Branchen miteinander. Für die Ermittlung des bereinigten Gender Pay Gap sind viele Detailinformationen notwendig. Deshalb werden die Daten nur alle vier Jahre, zuletzt 2014, erhoben." (vgl.: www.lpb-bw.de/equalpayday.html).

 

Netzwerk "Mehr Frauen in Führungspositionen"

Mit dem ersten Runden Tisch am 26. Juni 2012 ging das Regionale Bündnis Lahn-Dill-Kreis unter dem Motto "Zukunft weiblich gestalten!" an den Start. Mit seiner Teilnahme hat das hessische Bündnis ein Signal für Chancengleichheit gesetzt, die Attraktivität der Region zu steigern und die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen zu sichern. Um dies zu fördern, verpflichteten sich Kreisverwaltung und die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Unternehmen, ein Umfeld zu schaffen, um Frauen und Männern die gleiche Einstiegs- und Aufstiegschancen zu ermöglichen. Das aus dem Projekt hervorgegangene Netzwerk "Mehr Frauen in Führungspositionen" trifft sich regelmäßig zum Austausch, der diesmal in den Räumen des neuen LIVING ERNST LEITZ HOTEL stattgefunden hat.

 

 

Foto (LIVING ERNST LEITZ HOTEL): Die Teilnehmerinnen des Netzwerktreffens "Mehr Frauen in Führungspositionen" zum Thema Equal Pay Day

Von links:

 

  • Anke Zwahlen, Sparkasse Wetzlar;
  • Claudia Wagner, Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill;
  • Kira Lampe, Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil mbH;
  • Doris Süß-Schnadmann, Süss Oberflächentechnik, Wetzlar;
  • Eva Steinmetz, Königsberger Diakonie, Wetzlar;
  • Angelika Berbuir, Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar;
  • Sabrina Meisnitzer, Buss-SMS-Canzler GmbH, Butzbach;
  • Dr. Stephanie Robben-Beyer, Coach, Speaker und Moderatorin;
  • Petra Schneider, Frauenbeauftragte, Lahn-Dill-Kreis;
  • Carola Dietz, Auto Bach Unternehmensgruppe, Wetzlar;
  • Antje Peusch, Abteilung Personal und Organisation, Lahn-Dill-Kreis;
  • Gila Gerz, Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) Mittelhessen;
  • Karin Keller, Hotel Bürgerhof, Wetzlar;
  • Meike Menn, Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Lahn-Dill-Kreis;
  • Katrin Kloos, Coach, Sketchnotes und Trainerin (Kloos-Beratung)

 

 

Ansprechpartnerin beim Lahn-Dill-Kreis für Fragen zum Thema:

Meike Menn, Tel.: 06441 407-1222, E-Mail: wifoe@lahn-dill-kreis.de

 

Kontakt

Anselme Champollion

Leitung Wirtschaftsförderung Lahn-Dill-Kreis

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1222
anselme.champollion@lahn-...