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Heimische Industrie verzeichnet deutliche Umsatzrückgänge

Verarbeitendes Gewerbe an Lahn und Dill im ersten Quartal 2020

Die Folgen der Corona-Krise sind in der heimischen Industrie deutlich zu spüren. So erwirtschafteten die Industrieunternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern im Bezirk der IHK Lahn-Dill in den ersten drei Monaten des Jahres nur noch einen Umsatz von 1,76 Milliarden Euro und damit 11,8 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019. „Von dieser Entwicklung waren sowohl der Export als auch die Inlandsnachfrage gleichermaßen betroffen“, erläutert Alexander Cunz von der IHK Lahn-Dill.

 Damit fiel die negative Umsatzentwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in der traditionellen Industrieregion der IHK Lahn-Dill deutlich stärker aus als im Land Hessen, das einen Umsatzrückgang von lediglich 0,2 Prozent verzeichnete. Bundesweit sanken die Umsätze der Industrieunternehmen um 4 Prozent.

 Schwächster Monat an Lahn und Dill war der Februar mit einem Rückgang des Umsatzes um 13,1 Prozent. Im März lag der Umsatz um 12,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat. „Bei der Betrachtung der Umsatzentwicklung seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 zeigt sich, dass der Gesamtumsatz im ersten Quartal 2020 um ca. vier Prozent unter dem Durchschnittswert für die ersten drei Monate des jeweiligen Jahres in Höhe von 1,83 Mrd. Euro liegt“, ergänzt Cunz.

 Die Umsatzeinbrüche in Folge der Corona-Krise haben auch Auswirkungen auf die Beschäftigungszahlen. Sie lagen im Verarbeitenden Gewerbe im ersten Quartal 2020 um 3,8 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Im Land Hessen gingen die Zahlen um 1,8 Prozent zurück, bundesweit waren 1 Prozent Menschen weniger in der Industrie beschäftigt als noch im Vorjahreszeitraum.

 Dementsprechend sind auch die Arbeitslosenzahlen im Kammerbezirk im Mai um 487 Personen im Vergleich zum Vormonat gestiegen, allerdings hat sich die Dynamik des Anstiegs halbiert. Bis Ende April wurde von den Unternehmen an Lahn und Dill für 38.965 Personen Kurzarbeit angezeigt. Die Mai-Zahlen liegen auf Ebene des IHK-Bezirks noch nicht vor. Schätzungsweise mehr als ein Drittel der angezeigten Kurzarbeiter sind in der Eisen-, Elektro- und Stahlindustrie beschäftigt.

„Es ist leider noch nicht absehbar, ob die Talsohle im produzierenden Gewerbe in unserer Region schon durchschritten ist“, so Roland Mandler, Vorsitzender des Industrieausschusses, Vizepräsident der IHK Lahn-Dill und zudem Geschäftsführer der OptoTech Optikmaschinen GmbH. Da ein Großteil der Unternehmen stark exportabhängig sei, werde es wahrscheinlich länger dauern, bis sich die Situation an Lahn und Dill wieder normalisiere, schätzt Mandler. Positiv stimmt ihn, dass viele Unternehmen derzeit Kurzarbeit nutzten, statt Mitarbeiter zu entlassen: „Läuft die Wirtschaft wieder an, wie aktuell in China, können die durch die Krise entstandenen Umsatzverluste vielleicht kommendes Jahr schon kompensiert werden.“

 

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