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Lahn-Dill-Kreis ist Partner des DUOday

Bündnis aus regionalen Institutionen setzt sich für Menschen mit Beeinträchtigung ein

Besuch im Rahmen des DUOday im Friseursalon Haarscharf: v.l.n.r: Dagmar Schmidt (MdB), Manfred Wagner (stv. Leiter Geschäftsstelle Mittelhessen der Handwerkskammer Wiesbaden), Angelika Berbuir (Vorstand der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar), Wolfram Dette (Ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter Lahn-Dill-Kreis), Ute Mandler (Geschäftsführerin Salon Haarscharf, DUOPartnerin) und Laura R. (Schülerin, DUOPartnerin)

Die Idee ist einfach – die Wirkung erkenntnisreich und nachhaltig: Betriebe öffnen Menschen mit psychischer, geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung für einen Tag ihre Türen. Dabei bilden sich Duos zwischen Menschen mit Defiziten und Mitarbeitenden des Unternehmens. Der Tagespraktikant nimmt aktiv an den Aufgaben des jeweiligen Mitarbeiters teil. So sammelt der Besucher neue berufliche Erfahrungen. Der Betrieb und der Duo-Partner lernen hingegen einen neuen Menschen in vielen seiner Facetten kennen und sensibilisieren sich für dessen beruflichen Bedürfnisse.

Die ursprüngliche Idee dieses ‚DUOdays‘ stammt aus Irland und wurde über Belgien nach Europa getragen. In diesem Jahr fand er in Deutschland lediglich in Bremen und Hamburg sowie erstmals im Lahn-Dill-Kreis statt. Organisiert wurde er in Mittelhessen von de Werkstätten der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg, der Lebenshilfe Dillenburg, der Stephanus-Werkstatt, dem Kommunalen Jobcenter Lahn-Dill, der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar sowie der Wirtschaftsregion Lahn-Dill. 

Den Veranstaltern gelang es, am 31. Oktober insgesamt 23 Duos zusammenzubringen. Maximilian Schmidt aus Solms begleitete an diesem Tag Anselme Champollion von der Wirtschaftsförderung des Lahn-Dill-Kreises an dessen Arbeitsplatz. Auf der Agenda standen vor allem Themen der Öffentlichkeitsarbeit, an denen sich der 34-jährige intensiv beteiligte. Zudem stand ein Außentermin im Friseurstudio ‚Haarscharf‘ in der Wetzlarer Bahnhofstraße an. Dort trafen sich alle Organisatoren zum zentralen Pressetermin für den ‚DUOday‘, den sowohl die Inhaberin Ute Mandler, als auch die Praktikantin Laura Retzer als außerordentlich erkenntnisreich bewerteten.

Dagmar Schmidt (MdB), Schirmherrin des DUOdays‘ in Mittelhessen, sagte abschließend: „Viele andere europäische Länder sind uns in Sachen Inklusion weit voraus. Dort wachsen Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam auf und lernen einander einzuschätzen. Deswegen ist es auch für Unternehmer einfacher und keine Besonderheit, das Leistungsvermögen eines beeinträchtigten Bewerbers zu beurteilen“. Man müsse sich davon freimachen, behinderte Menschen nach ihren Defiziten zu beurteilen, sondern sich deren individuellen Stärken bewusstmachen. Die Bundestagsabgeordnete gab zu bedenken, dass jeder Mensch in diese Lage kommen könne, denn 96 Prozent aller behinderten Menschen würden ihre Beeinträchtigung erst im Laufe ihres Lebens erwerben.

Wolfram Dette, Ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises verwies auf die Chancen des DUOdays: „In den kommenden Jahren werden die Arbeitnehmer der sogenannten ‚Baby-Boomer‘-Generation in den Ruhestand gehen – dies wird zu einer spürbaren Intensivierung und Verstetigung des Fachkräftemangels führen. Menschen mit Defiziten, ob körperlich oder geistig, bieten eine Menge Fähigkeiten und ein hohes Engagement. Es ist unser Ziel, diese Potenziale mit dem DUOday für Unternehmen sichtbar zu machen und eine gemeinsame zukunftsorientierte Perspektive aufzuweisen.“

Der DUOday  im Lahn-Dill-Kreis wird gemeinschaftlich organisiert  von 

den Werkstätten der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg und der Lebenshilfe Dillenburg,
der Stephanus Werkstatt,
dem Kommunalen Jobcenter Lahn-Dill,
der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar und
den Partnern der Wirtschaftsregion Lahn-Dill.   

     

Kontakt

Anselme Champollion

Leitung Wirtschaftsförderung Lahn-Dill-Kreis

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1222
anselme.champollion@lahn-...