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Siebzigtausend Arbeitnehmer pendeln zum Job

Viel "Traffic" über Orts- und Kreisgrenzen hinaus . Ein Viertel der Arbeitsplätze im Lahn-Dill-Kreis wird von Einpendlern besetzt

Wetzlarer Arbeitsagentur veröffentlicht Pendlerstatistik für den LDK .  

Der tägliche Weg zum Arbeitsplatz führt für viele Arbeitnehmer aus dem Lahn-Dill-Kreis über die Kreisgrenzen hinaus. Gleichzeitig pendeln viele Beschäftigte aus benachbarten Landkreisen zu den Unternehmen rund um Wetzlar und Dillenburg ein. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Wetzlarer Arbeitsagentur hervor.

Demnach ist der Anteil der Auspendler zum 30. Juni letzten Jahres im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 584 Personen deutlich gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch die Zahl der Einpendler -noch stärker- um 1.025 Personen zugenommen. Im Vergleich zu anderen Landkreisen sei die Auspendlerquote an Lahn und Dill nach wie vor gering, heißt es bei der Arbeitsagentur weiter. Während im benachbarten Limburg-Weilburg fast jeder zweite Arbeitnehmer über die Kreisgrenzen hinaus auspendle, liege die Auspendlerquote an Lahn und Dill bei 29,9 Prozent. Den 29.698 Auspendlern stehen 25.698 Einpendler gegenüber.

Verglichen mit anderen Landkreisen in ähnlicher Nähe zum Rhein-Main-Gebiet falle das negative Pendlersaldo mit 3.556 Personen ausgesprochen moderat aus und sei ein Indiz für einen attraktiven ,Beschäftigungsstandort Lahn-Dill', berichtet Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Insgesamt seien zum Stichtag im Lahn-Dill-Kreis 94.365 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze besetzt gewesen - 2.258 oder 2,5 Prozent mehr, als ein Jahr zuvor.

Aber auch zwischen den Kommunen gebe es einen regen Austausch von Arbeitnehmern. Von den 97.890 im Kreisgebiet wohnenden Beschäftigten, arbeiteten im letzten Jahr 69.875 außerhalb ihrer Wohngemeinde.

 

Die meisten zieht es nach Gießen

Das beliebteste Pendlerziel für Arbeitskräfte aus dem Lahn-Dill-Kreis ist der Landkreis Gießen. Hier finden 10.174 Auspendler ihren Arbeitsplatz. Von besonderer Bedeutung sei dabei die Kreisstadt mit ihrer Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten für Verwaltungs-, Medizin- und Dienstleistungsfachkräfte. Auf den Plätzen folgen Siegen-Wittgenstein (2.690) und Frankfurt (2.443).

Ein Viertel der Arbeitsplätze an Lahn und Dill wird von Einpendlern besetzt Erheblich gestiegen ist im letzten Jahr auch die Zahl der Einpendler: 25.698 Arbeitskräfte, die nicht im Lahn-Dill-Kreis wohnen, kommen zur Arbeit hierher. Das sind 27,2 Prozent aller 94.365 im Kreis beschäftigten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die meisten Einpendler kommen aus den Landkreisen Gießen (6.894), Marburg-Biedenkopf (3.534) und Siegen-Wittgenstein (3.144).

 

Blick in die Kommunen

Legt man den Fokus auf die Stadt- und Gemeindegrenzen, weisen nur Wetzlar, Dillenburg, Herborn, sowie Haiger positive Pendlersalden aus. In allen anderen Kreisgemeinden überwiegt die Zahl der Auspendler. Die höchsten Auspendlerquoten verbuchen Bischoffen (94,5 Prozent), Siegbach (90,6 Prozent), Schöffengrund (88,9 Prozent) sowie Leun (88,2 Prozent). Die Gründe für die hohe Auspendelbereitschaft sind nach Fischers Angaben unterschiedlich: "Hier spielen neben der Gewerbedichte auch das angebotene Berufsspektrum, Gemeindegrößen, deren Lage und Verkehrsanbindungen, die Wohnqualität, das Lohngefüge, die Infrastruktur sowie Beschäftigungsanreize anderer Beschäftigungsstandorte eine entscheidende Rolle." Der Agentursprecher warnt davor, von einer hohen Auspendlerquote auf die Wirtschaftskraft einer Gemeinde zu schließen. Für eine qualitative Beurteilung müssten auch die Einpendlerquote, die Zahl der an ihrem Wohnort Beschäftigten sowie weitere Kriterien herangezogen werden. 

 

Hintergrundinformationen

Die Daten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) und Pendler für den Lahn-Dill-Kreis und die Gemeinden stehen aktuell zum Stichtag 30.06.18 zur Verfügung. Insgesamt wurden zu diesem Stichtag 94.365 Beschäftigte mit Arbeitsort und 97.890 mit Wohnort im Lahn-Dill-Kreis wurden gezählt.

 

 

 

Bildquelle: Agentur für Arbeit

 

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