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Wirtschaft macht sich stark für den Klimaschutz

Vollversammlung der IHK Lahn-Dill hat getagt

Ohne Wirtschaft kein Klimaschutz

Die IHK Lahn-Dill hat sich auf ihrer Vollversammlung für die Entwicklung einer „Klimapolitischen Agenda“ ausgesprochen. Mit diesem Projekt soll der regionalen Wirtschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit eine Stimme zum Klimawandel gegeben werden. IHK-Präsident Eberhard Flammer: „Die öffentliche Diskussion um den Klimaschutz darf nicht länger ohne die Wirtschaft geführt werden. Wir müssen endlich zeigen, welche Bedeutung unsere mittelständischen Unternehmen nicht nur für den Wohlstand und die wirtschaftliche Entwicklung sondern auch für den Klimaschutz haben.“ Immerhin sei die Wirtschaft Treiber von Forschung und Entwicklung sowie Vorreiter beim Einsatz von Klima- und Umwelttechnologien. Flammer: „Gerade im Bereich der IHK Lahn-Dill, die hessenweit den höchsten Anteil an Industrie hat, müssen wir neue Geschäftschancen im Klimaschutz erschließen.“ Die Entwicklung der „Klimapolitischen Agenda“ ist dabei eines der drei Leitprojekte der IHK Lahn-Dill für das Jahr 2020.

 

Politik frühzeitig an Erfolgsgeschichten beteiligen

Ob Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Gewerbeflächen oder Breitbandinfrastruktur – verstärken will die IHK Lahn-Dill 2020 auch die enge und frühzeitige Verzahnung von IHK-Projekten mit der Politik. Flammer: „Wir wollen die Politiker künftig von Anfang an an unserer Seite haben, wenn es um neue Initiativen geht.“ Im Schulterschluss von Politik und Wirtschaft könnten durch frühzeitige Einbindung Potentiale gehoben werden, die unterm Strich sowohl der Wirtschaft als auch der Politik zu Gute kämen.

 

Fachkräfte für kleine und mittelständische Unternehmen

Als drittes, wichtiges Leitprojekt hat sich die Vollversammlung der IHK Lahn-Dill wiederholt für das Thema Fachkräfte-Gewinnung ausgesprochen. Die bestehenden Aktivitäten wie die Ausbildungs- und Studienmessen, die Azubi Speed-Datings sowie der Arbeitskreis „Wirtschaft trifft Schule“ sollen durch eine App und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit auch über die sozialen Medien ergänzt werden. IHK-Präsident Eberhard Flammer: „Damit wollen wir die jungen Menschen nach der Schule zunächst für eine duale Ausbildung begeistern. Auf diese könnte später durchaus ein Studium aufgesattelt werden.“ Auch die Inklusion von Menschen mit Handicap in eine betriebliche Ausbildung und Beschäftigung stelle eine zusätzliche Möglichkeit zur Gewinnung von Fachkräften dar. Die IHK Lahn-Dill will daher 2020 mit einer Reihe von Informationsbeiträgen und Berichten aus der betrieblichen Praxis das Thema für interessierte Betriebe aufbereiten und für mehr Offenheit bei der Inklusion behinderter Menschen werben.

Die Leitprojekte basieren dabei auf dem wiederholt bestätigten Selbstverständnis der IHK Lahn-Dill „Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsregion an Lahn und Dill ist Maßstab allen Handelns der IHK Lahn-Dill.“

 

Impuls zum Thema Klimawandel

Gastreferent Prof. Dipl.-Ing. Holger Rohn von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) informierte die Vollversammlungsmitglieder über regulatorische Hintergründe der bundesweiten und hessischen Klimaschutz-Strategien und erklärte, was Unternehmen konkret tun können, um CO2 einzusparen. Prof. Rohn: „Der Königsweg ist es natürlich, CO2 zu vermeiden. Wenn das nicht geht, sollte es zumindest vermindert werden. Ist auch das nicht möglich, bleibt als letzte Option die oftmals als Ablasshandel verunglimpfte Kompensation.“ Prof. Rohn empfahl interessierten Unternehmern dabei auch die Zusammenarbeit mit der THM. Es gebe viele Möglichkeiten: in Form von Forschungsprojekten oder mit Studierenden der THM spezifische Strategien zu entwickeln, beispielsweise im Rahmen von Fallstudien, einer Praxisphase oder dem Schreiben der Abschlussarbeit. „Nutzen Sie diese Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen“, forderte er die Vollversammlungs-Mitglieder auf. Ohne drastische CO2-Einsparungen seien die avisierten Klimaziele nicht zu erreichen. Prof. Rohn: „Es gibt durchaus gangbare unternehmerische Wege zur Erreichung der Klimaziele, Praxisbeispiele auch aus der Region zeigen dies.“ 

 

Fachkräfte brauchen Wohnraum

Unter dem Motto „Unternehmen brauchen Fachkräfte – Fachkräfte brauchen Wohnraum“ hat die IHK Lahn-Dill außerdem ein Positionspapier der hessischen Industrie- und Handelskammern verabschiedet, das folgende Kernforderungen enthält: Flächen strategisch entwickeln, Kosten des Wohnungsbaus reduzieren und die richtigen Anreize setzen. Dazu gehört ein Verzicht auf die Mietpreisbremse ebenso wie die finanzielle Förderung der Kommunen bei den Erschließungs- und Folgekosten. 

 

Wirtschaftliche Aussprache

Wie gewohnt offen verlief die wirtschaftliche Aussprache. Dabei zeigte sich ein gemischtes Bild in der Bewertung der einzelnen Branchen. Während die Bereiche Dienstleistung und Consulting sich über volle Auftragsbücher freuen und beklagen, nicht genügend Fachkräfte zur Bewältigung ihrer Aufgaben zu haben, zeigten sich die Unternehmer im Bereich Automotive eher verhalten. Sie befürchten Umsatzeinbußen um bis zu zehn Prozent. Im Handel sei die Stimmung weiterhin gut. Obwohl weniger Kunden in den stationären Einzelhandel strömen, werde pro Kopf deutlich mehr ausgegeben.

Kontakt

Anselme Champollion

Leitung Wirtschaftsförderung Lahn-Dill-Kreis

Karl-Kellner-Ring 51
35576 Wetzlar

06441 407-1222
anselme.champollion@lahn-...